Starlight 'Killjoy' Coquelicot

Zwischen Lust und Frust

Ursula Graber stellt sich Fragen über Feminismus, Genuss-Emanzipation und Rollenbilder. Inspiriert von kritischen feministischen Theorien und Burlesque-Tanz schafft sie eine humorvolle und persönliche Performance, die zum Staunen und Nachdenken einlädt.

Gaile

“Sind alle Feminist*innen Spaßverderber*innen?”

2.-4. April 2020
4.-6. September 2020, Kristallwerk Graz


Pressestimmen

"Beeindruckend, was Graber mit bemerkenswert kraftvoller, selbstbewusst lasziver wie (zumeist verdeckt) feinfühlig-emotionaler Weiblichkeit auf die Bühne zaubert und/oder knallt. Es amüsiert, es geht unter die Haut und es tut auch weh. Auf jeden Fall bewirkt es etwas, dieses, ihr „selbstverständliches“ und damit glaubhaftes Tun. Die Vielfalt im Angesprochenen oder gar Assoziierbaren ist bei der Reduktion der eingesetzten Mittel eine beachtliche Leistung; überzeugend in seiner Geradlinigkeit, die auf kreativ künstlerischem Können beruht." Eveline Koberg, Tanzkritikerin
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“Polarisierungen: Ein Innen und Außen. Bewegung und Stille. Aktivität und Passivität. Macht und Bemächtigung. Disziplin und Entgleisung.
Es ist sehr viel Spiel und Schmerz darin vereint. Eine Person, die alles sein muss und alles zu bewältigen hat. Aber damit auch kokettiert und es genießt. Gefesselt ist und anonym  sein muss.
Schwindlig sein und Schwindel. Eine fulminante Hausfrauenkönigin. Zugeknöpft und überdreht.
Ganz großartig ist Ursula Grabers Körperbeherrschung. Unglaubliche Körperbeherrschung. Sehr stark und sehr mutig.” Karin Scaria-Braunstein, Soziologin
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Presse


Starlight Killjoy – Zwischen LUST und FRUST

Über die Performance:

Die Figur KILLJOY (dt. „Spaßverderberin“) ist eine Erfindung der feministischen Theoretikerin Sara Ahmed und spricht in sexistischen und rassistischen Situationen Ungleichheit ungeniert an. Starlight Coquelicot ist eine Burlesque Tänzerin. Sie zelebriert ihren weiblichen Körper, Sinnlichkeit, Lust und Schönheit. Starlight “Killjoy” Coquelicot, Ursula Grabers Alter Ego auf der Bühne, besitzt beide Charakterzüge. In ihr vereint sich intellektueller Feminismus mit der Zelebration von Sinnlichkeit und Körperlichkeit.
Wie kann Starlight „Killjoy“ Coquelicot eine Spaßverderberin sein und gleichzeitig durch Burlesque Spaß haben? Dieses Spannungsfeld steht im Zentrum des Projekts und erlaubt es der Künstlerin, neue Möglichkeiten des Frauseins auszuloten sowie mit choreografischen Methoden zu experimentieren.

Eine wichtige Inspiration war das Buch “Vulva – Die Enthüllung des unsichtbaren Geschlechts” der deutschen Kulturwissenschafterin und Journalistin Mithu M. Sanyal, das faszinierende kulturelle und religiöse Geschichten sowie Mythologien rund um die Vulva thematisiert. Da gibt es z.B. Iambe, auch Baubo genannt, eine anatolische Göttin, die im Gegensatz zu den olympischen Göttern vermag, Demeter durch das Zeigen ihrer Vulva aus ihrer Depression zu holen und somit die Menschen vor dem Hungertod durch Nahrungsmittelknappheit zu bewahren. Und dann kam Corona: Allein daheim mit sich und einem Spiegel wurde Ursulas privater Raum zum Labor und Spielplatz, der nun auf die Bühne übertragen wird. Die Bühne als “Schminktischerl” – wo, inspiriert von Feminismus und Burlesque-Tanz, mit äußerlicher Veränderung und dem Spiel mit Charakterzügen experimentiert wird – und das Publikum als Spiegelersatz. Gleichzeitig bietet sich aber auch die Künstlerin als Spiegel für die Zuseherinnen an: Jeder ist eingeladen, sich in ihr wiederzuerkennen.

Im Mittelpunkt steht der Mut (und ebenso die Lust), sich als Tänzerin den Themen Sinnlichkeit und Sexualität zu stellen. In ihrem “Labor” erforscht die Künstlerin, wie sie zu körperlichem Begehren, Verletzlichkeit und Intimität steht, die essenzielle Bestandteile des Lebens sind. Die Kernaussage dieser Performance: „Ein Frau darf und kann alles!“ Schön und sinnlich sein (an erster Stelle aber für sich selbst und ohne zum Objekt zu werden), stark sein, hässlich sein, kämpfen – so wird auch die Figur im Laufe des Abends einige Transformationen erleben. Es geht um die Beziehung zum eigenen Körper und Geschlecht und darum, den Regeln nicht zu folgen.


Credits
Konzept, Performance, Choreografie: Ursula Graber
Dramaturgie: Koko la Douce (Berlin)
Künstlerische Beratung: Lise Lendais (FR/Wien)
Kostüm: Ana Vivero (Barcelona)
Licht- und Tontechnik: Tom Bergner
Publikumsbetreuung: Laura Halb, Eva Ploder, Helgrit Hofmeister
Organisation & PR: Ursula Graber, Laura Halb
Residency: raw matters (Wien)
Fotos: Edi Haberl, Clemens Nestroy
Trailer & Film: Fabian Czernovsky


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