Mallorca a Estíria - SCHWGRMTTRTCHTRSPRCHN

Eine Lecture Performance mit Ursula Graber und ihrer katalanischen Schwiegermutter Eulàlia Purtí über Sprachen und Dialekte, Identität und familiäre Beziehungen.

Die Lecture Performance nutzt die Dialekte Steirisch und Mallorquinisch (und bringt sozusagen Mallorca in die Steiermark) sowie die Sprachen Hochdeutsch, Katalanisch und Spanisch.

#Sprachen #Dialekte #Muttersprache #Identität #Mehrsprachigkeit #Schwiegermutter #Interkulturell #Gesten #Bewegungssprache #generationenübergreifend

Über „Mallorca a Estíria“, von Bàrbara Raubert (Dramaturgie)

Wir singen in allen Sprachen über die Liebe und wir lieben in allen Sprachen, egal ob sie melodiöser oder rauer sind, mehr oder weniger vokalisch, von vielen oder wenigen gesprochen. Liebe, amor, amour, love… Können wir uns in Worte verlieben?

Worte regen uns zum Nachdenken an. Und da wir in Worten denken, strukturiert die Sprache unser Denken und hinterlässt jede Sprache Spuren in unseren Denkmechanismen. Aber die Realität, die durch Sprache geschaffen wird, ist auf die Welt der Literatur beschränkt, denn in unserem täglichen Leben ist die Realität hartnäckig flüchtig. Sprache kann kaum mehr als ein unbeholfenes Hilfsmittel sein, um zu erklären zu versuchen, was wir fühlen, und das auch nur, wenn sie uns nicht direkt zu Missverständnissen und Streit führt; selbst wenn wir alle dieselbe Sprache sprächen und uns bedingungslos liebten, kämen früher oder später Verständigungsschwierigkeiten. Was aber, wenn wir zusätzlich in zweisprachigen Kulturen leben? Wie lieben Sprachen einander?

Ursula Graber liebt in mehreren Sprachen: in zeitgenössischer Tanz-, in Clown-, Burlesque-, Theatersprache… Auch auf Steirisch (ihrem Heimatdialekt) und auf Katalanisch (die Sprache ihres Adoptivlandes). In Katalonien lernte sie Eulàlia kennen, die Katalanischlehrerin und Deutschstudentin, die auch ihre Schwiegermutter ist. Die Liebesgeschichte, die sie auf der Bühne spielen, zeigt in viele Richtungen: auf Reisen, um eine unangenehme Identität loszuwerden, auf zurückgelegte Strecken, um den anderen kennenzulernen und auf entlegene Orte, um sich selbst zu finden; sich selbst mit weiteren Wörtern ausdrücken zu können. Schließlich sind in „Mallorca a Estíria - Schwgrmttrtchtrsprchn“ die fehlenden Vokale eine Erinnerung an all die Rufzeichen, die diese Reisen hervorbringen werden – und an all die Emotionen, die sich nie mit einem eigenen Wort ausdrücken lassen.

Übersetzung ins Deutsche: Bruna und Gerhard Julià Morera

Credits

Konzept, Performance, Choreografie: Ursula Graber
Performance: Eulàlia Purtí (Nats teatre)
Dramaturgie: Bàrbara Raubert
Kostüm: Ana Vivero
Soziologische Beratung: Karin Scaria-Braunstein
Regie-Beratung: Joan Monells
Produktion, PR: Ursula Graber
Produktionsassistent: Andreas Krampl
Mitarbeit PR: Mirella Bärnthaler
Licht- und Tontechnik: Peter Spall
Fotos: Edi Haberl

Premiere im Rahmen des Festivals newsOFFstyria am 15. September 2021, Graz


Mit freundlicher Unterstützung von


Kritiken

“Das interkulturelle Zweipersonenprojekt, eine Lecture Performance, erweist sich als klangschöne, leichte und unverbindliche Erfahrung mit heiteren Momenten.” (Daniel Hadler, Kleine Zeitung)

“Denn genauso interessant wie die Erkundung von Katalanisch und Steirisch ist das Ausloten der Beziehung dieser beiden Frauen.” (Hannah Michaeler, Kronenzeitung)

“Authentizität ist (nicht nur auf der Bühne) eine gute Voraussetzung für Gelingen von Kommunikation, für Aufbau von (ehrlicher) Verbindung: Und diese Eigenschaft bringt Ursula Graber mit, sobald sie auf der Bühne steht (…).” (Eveline Koberg, Tanzkritikerin auf tanz.at)



Ganze Kritik von Eveline Koberg (Tanzkritikerin) auf tanz.at: Bitte HIER klicken. Ein Ausschnitt über “Mallorca a Estíria” folgt hier:


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